WP Rocket WordPress Plugin

Sich um die Performance der eigenen Website zu kümmern ist nur eine von vielen Aufgaben, für die man als Betreiber einer selbst gehosteten WordPress Seite verantwortlich ist. Dazu gehört unter anderem die sorgfältige Auswahl und das regelmäßige Aktualisieren der richtigen Plugins, das Optimieren der Seitengeschwindigkeit und in diesem Zuge auch die Wahl einer geeigneten Caching-Lösung.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine davon wollen wir dir heute vorstellen. Es handelt sich dabei um eines der beliebtesten Caching-Plugins für WordPress: WP Rocket. Wir werden uns in diesem Artikel mit den wichtigsten Features, dem Installationsprozess, der Benutzerfreundlichkeit und vor allem der Leistung befassen.

Dieser Artikel ist außerdem Teil einer dreiteiligen Serie. In den kommenden Wochen werden wir das Thema Caching-Plugin noch genauer beleuchten und schauen, wie du mit WP Rocket gezielt die Geschwindigkeit deiner WordPress Seite verbessern kannst und welche Plugins es im Vergleich dazu noch gibt.

Aber jetzt lasst uns erstmal WP Rocket genauer unter die Lupe nehmen.

Was ist WP Rocket überhaupt?

Man könnte es sich einfach machen und sagen, bei WP Rocket handelt es sich in erster Linie um ein simples Caching Plugin für WordPress, doch das wäre stark untertrieben, wenn man sich mal die umfangreichen Features des Plugins genauer anschaut. Bei anderen Caching Plugins müsste man auf eine Vielzahl von Drittanbieter-Lösungen oder sogar auf den eigenen Hoster zurückgreifen, um auch nur die Hälfte der Features von WP Rocket zu erhalten.

WP Rocket ist in dieser Hinsicht grundlegend anders. Das WordPress Plugin wurde von Jonathan Buttigieg und Jean-Baptiste Marchand-Arvier entwickelt und 2013 zum ersten Mal veröffentlicht. Zu dieser Zeit gab es bereits zahlreiche Optionen, um die Performance einer WordPress Seite zu optimieren, aber deren Setup war den beiden Entwicklern immer noch viel zu kompliziert. Auch die Benutzerfreundlichkeit im Allgemeinen war in ihren Augen nicht zufriedenstellend.

Dabei herausgekommen ist eine der am weitest verbreiteten Site-Performance-Lösungen für WordPress, mit heute über 86.000 Nutzern und über 667.000 Installationen. Und auch bei der Weiterentwicklung der Features von WP Rocket haben die beiden nicht geschlafen, so dass das WordPress Plugin mittlerweile über wirklich viele Funktionen verfügt. Die besten davon wollen wir dir nachfolgend genauer vorstellen.

Plugin-Funktionen

  • Page Caching – Diese Funktion sorgt für eine schnellere Ladezeit einzelner Seiten.
  • Browser-Caching – Durch das Browser-Caching werden die statischen Inhalte deiner Seite (JS, CSS, Bilder) im Browser-Cache deines Seitenbesuchers gespeichert, so dass sie bei erneutem Aufrufen der Website nicht nochmal geladen werden müssen.
  • GZIP-Komprimierung – Diese Funktion komprimiert HTML, Stylesheets und JavaScript, welches auf deiner WordPress Seite ausgegeben wird.
  • Datenbank-Optimierung – Hiermit kannst du überflüssige bzw. nicht mehr benötigte Einträge, die sich in der Datenbank deiner WordPress-Installation befinden, bereinigen lassen.
  • Google-Fonts-Optimierung – Dieses Feature sorgt dafür , dass Google Fonts keinen negativen Einfluss auf deine Site Performance hat.
  • Entfernt Query-Strings – Entfernt Query-Strings aus den statischen Inhalten deiner Website.
  • LazyLoad – Bilder, Videos und alle anderen IFrame Inhalte werden erst geladen, wenn sie sich im Sichtbereich des Browsers befinden.
  • Minimierung & Verknüpfung – Komprimiert HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien.
  • CDN Integration – WP Rocket ist außerdem mit einer Vielzahl von CDN-Diensten kompatibel Cloudflare wird als CDN-Dienst empfohlen.
  • Ecommerce geeignet – Das Plugin kann zudem auch problemlos zusammen mit WooCommerce, Easy Digital Downloads, Jigoshop und iThemes Exchange verwendet werden. Multisite kompatibel – WP Rocket ist für WordPress-Multisites optimiert und kompatibel. Mehrsprachigkeit – Auch mit den gängigen Plugins für mehrsprachige Seiten arbeitet WP Rocket wunderbar zusammen (z. B. mit WPML, Polylang oder qTranslate).

Damit sollten wir erst einmal alle wichtigen Funktionen des WordPress Caching Plugins genannt haben. Dann lass uns jetzt zur Installation und praktischen Anwendung von WP Rocket übergehen.

Installation & Konfiguration

WP Rocket Dashboard

Die Installation von WP Rocket funktioniert genauso wie bei anderen Plugins. Du kannst den ZIP-Ordner entweder direkt über den WordPress Administrationsbereich hochladen oder das Plugin manuell über FTP installieren.

In der Standardkonfiguration bietet WP Rocket unter anderem Seiten-Caching, Browser-Caching und die GZIP-Komprimierung. Diese Funktionen sind automatisiert und können weder deaktiviert werden, noch sind sie in den Einstellungen des Plugins vorhanden.

Einige zusätzliche Einstellungen sind ebenfalls direkt aktiviert. Dazu gehört die Komprimierung von Google Fonts-Dateien, das Deaktivieren von WordPress-Emojis und das Preloading.

Das Preloading hatten wir zwar in den Features oben nicht vorgestellt, doch auch diese Funktion hat einen Einfluss auf die Site Performance. Beim Preloading fungiert WP Rocket als erster “Besucher” deiner Website. Da die Seite beim erstmaligen Laden immer mehr Zeit benötigt, als bei den Besuchen danach, ist die Ladezeit deiner Seite anschließend um einiges besser, wenn Webcrawler oder echte Benutzer sie besuchen.

Konfiguration

Das Dashboard von WP Rocket unterteilt sich in die folgenden Abschnitte:

  • Dashboard
  • Cache
  • Datei-Optimierung
  • Medien
  • Cache füllen
  • Erweiterte Regeln
  • Datenbank
  • CDN
  • Heartbeat
  • Add-Ons
  • Bild-Optimierung
  • Werkzeuge

Da WP Rocket über unfassbar viele Einstellungen verfügt, konzentrieren wir uns im Folgenden nur auf die, die du aller Wahrscheinlichkeit nach, vor allem benötigen wirst.

Beginnen wir beim Dashboard. Die nützlichste Funktion ist hier die Option “Cache löschen”. Wenn du Änderungen an deiner Website vornimmst, kannst du damit den Cache deiner Website leeren, um die Änderungen auch im Frontend für die Besucher direkt sichtbar zu machen.

Vom Dashboard aus kannst du außerdem direkt auf dein Konto, den Support und die Dokumentation von WP Rocket zugreifen.

Kommen wir zum Cache-Bereich. Hier kannst du weitere Caching-Einstellungen, zum Beispiel das Zwischenspeichern von SSL-fähigen Seiten sowie die Häufigkeit, mit der deine Website global gecached wird, anpassen.

Im nächsten Abschnitt geht es nun um die Datei-Optimierung, die du keinesfalls unterschätzen solltest.

WP Rocket Datei-Optimierung

Bei der Dateioptimierung hast du die Möglichkeit, HTML, CSS and JavaScript Dateien zu minimieren. Indem du diese Features aktivierst, kannst du WP Rockets Einfluss auf deine Site Performance und somit die Ladezeit nochmal erheblich verbessern. Dank diesem Feature kannst du außerdem auf einige andere Plugins von Drittanbietern verzichten.

Das bereits erwähnte LazyLoad kannst du im Abschnitt Medien aktivieren. Auch dieses Feature wollen wir dir ans Herz legen, da du damit die Ladezeit deiner Website nochmal beschleunigen kannst.

Um zur nächsten wichtigen Funktion von WP Rocket zu kommen, überspringen wir einige Abschnitte und kommen zur Datenbank Funktion. Dieses Feature gibt dir einen super Überblick über die Datenbank deiner WordPress-Installation , genauer gesagt über die Bereiche, die du mit Hilfe des Plugins optimieren kannst.

WP Rocket Datenbank Optimierung

Du findest in diesem Abschnitt die Inhalte und Elemente deiner WordPress-Installation, die innerhalb der Datenbank nicht mehr benötigt werden. Dazu zählen zum Beispiel zwischengespeicherte / überarbeitete Posts oder Spam-Kommentare.

Du hast die Möglichkeit, jedes dieser Elemente einzeln zu optimieren oder alle gesammelt auf einen Schlag zu löschen. Für das Ganze kannst du sogar einen Zeitplan festlegen, nachdem WP Rocket deine Datenbank immer automatisch optimiert.

Aber wie genau wirken sich alle diese Punkte eigentlich letztendlich auf die Site Performance aus? Das zeigen wir dir nun im nächsten Schritt.

Wie schneidet WP Rocket im Test ab?

Wie versprochen schauen wir uns die Performance von WP Rocket nun einmal an einem praktischen Beispiel an. Dafür haben wir WP Rocket auf einer kleinen Website installiert und live getestet. Hoster der Seite ist SiteGround und als CDN-Dienst wurde Cloudflare aktiviert.

Im folgenden Screenshot siehst du erstmal, wie die Seite vor Installation des WordPress Caching Plugins performt hat:

Pingdom Ohne WP Rocket Nicht Optimiert

Wie man sieht, betrug die Ladezeit laut Pingdom 1,28 Sekunden und die Performance wurde mit 80 bewertet.

Bei GTmetrix sah das Ganze wie folgt aus:

 

Gtmetrix Ohne WP Rocket Nicht Optimiert

Die Ladezeit betrug demnach 2,7 Sekunden. Abschließend haben wir die Seite noch von PageSpeed analysieren lassen, wobei sich folgendes Bild ergab:

Pagespeed Ohne WP Rocket Nicht Optimiert

Die Ergebnisse, wie sie vor Installation und Aktivierung von WP Rocket aussagen, können wir also wie folgt zusammenfassen:

  • Pingdom – 1,28 Sekunden
  • GTmetrix – 2,7 Sekunden
  • PageSpeed-Score – 90 Punkte

Der erste Eindruck, nach Aktivieren des Plugins und dem erneuten Durchführen der Tests war dann tatsächlich ein wenig enttäuschend. Es ergab sich folgendes Bild:

Pingdom Mit WP Rocket Nicht Optimiert

Das Ergebnis bei Pingdom lautete 1,34 Sekunden, was zwar keinen großen Unterschied darstellt, laut der Dokumentation von WP Rocket soll die Website jedoch eigentlich direkt viel schneller sein, auch wenn die Standardkonfigurationen noch nicht optimiert wurden.

Die Ergebnisse bei GTmetrix waren zwar besser als davor, das aber auch nur geringfügig mit 2,2 Sekunden:

Gtmetrix Mit WP Rocket Nicht Optimiert

Auch beim PageSpeed hat sich die Seite nur minimal um zwei Punkte verbessert:

Pagespeed Mit WP Rocket Nicht Optimiert

Auch hier also nochmal alle Ergebnisse nach der Installation und Aktivierung von WP Rocket zusammengefasst:

  • Pingdom – 1,34 Sekunden
  • GTmetrix – 2,2 Sekunden
  • PageSpeed-Score – 92 Punkte

Optimierung von WP Rocket

Auch wenn man bei WP Rocket wie schon zuvor genannt eine Vielzahl an unterschiedlichsten Konfigurationen vornehmen kann, haben wir bei unserem Test lediglich HTML, CSS und JavaScript minimiert und asynchron geladen, sowie LazyLoad für alle Medien aktiviert.

Und allein nach diesen Änderungen waren die Ergebnisse bereits beeindruckend und unsere erste Enttäuschung verflogen. Denn laut Pingdom wurde die Ladezeit unserer Seite dadurch mit 731 Millisekunden beinahe halbiert:

Pingdom Mit WP Rocket Optimiert

Die Ladezeit mit GTmetrix verbesserte sich ebenfalls auf 1,6 Sekunden:

Gtmetrix Mit WP Rocket Optimiert

Der PageSpeed-Score hingegen war nicht annähernd so stark betroffen und verbesserte sich nur um einen Punkt:

Pagespeed Mit WP Rocket Optimiert

Hierzu muss man jedoch auch beachten, dass der PageSpeed-Score kein verlässlicher Indikator für die Leistung einer Website ist. Er eignet sich dafür, Leistungsprobleme einer Seite zu erkennen.

Zusammenfassend sahen unsere Ergebnisse nach Optimierung von WP Rocket also wie folgt aus:

    • Pingdom – 731 Millisekunden
    • GTmetrix – 1,6 Sekunden
    • PageSpeed-Score  – 93 Punkte

Dann lass uns unsere Erfahrungen mit WP Rocket mal abschließen.

Fazit

Schaut man sich alle Funktionen von WP Rocket, besonders im Verhältnis zu dessen Preis, an, zeigt sich ganz klar, was für eine Power dieses WordPress Caching-Plugin besitzt. Es fasst die Aufgaben mehrerer Plugins zu einem benutzerfreundlichen und übersichtlichen Premium Plugin zusammen.

Was man natürlich bei dem Fazit beachten muss ist, dass wir mit den Standardeinstellungen direkt nach Aktivieren des Plugins keine merklichen Verbesserungen im Vergleich zu unserer ursprünglichen Konfiguration feststellen konnten.

Vor der Installation von WP Rocket bestand unsere Lösung aus mehreren einzelnen Plugins wie WP Super Cache, einem LazyLoading-Plugin und einem Plugin für die Minimierung von HTML, CSS sowie JavaScipt. Diese Konstellation ergab eine Ladezeit von 1,28 Sekunden, was geringfügig schneller war, als die von WP Rocket.

Davon abgesehen, wie WP Rocket abschließend noch die Performance unserer Seite optimiert hat, darf man einen weiteren Aspekt, den das Premium Plugin mit sich bringt, nicht unterschätzen. Denn durch die vielen Features, die man mit WP Rocket erhält, konnten wir vier andere Plugins auf unserer Seite deaktivieren.

Zumal das wichtigste Plugin davon, WP Super Cache, keine Premium-Option bietet, was bedeutet, dass es auch keinen Premium-Support gibt. Tatsächlich hatte das Support-Forum auf WordPress.org zu dem Zeitpunkt, als wir diese Rezension verfasst haben, in den letzten zwei Monaten nur 12 von 70 Problemen gelöst. Viele Probleme erhielten nicht mal eine Antwort. Außerdem hatten wir bei unserer vorherigen Konfiguration insgesamt vier Support-Teams, an die wir uns bei Problemen wenden mussten. Mit WP Rocket hingegen erhältst du Zugriff auf einen Premium-Support mit Ticketsystem, der alle Bereiche gesammelt abdeckt.

Preislich beginnt WP Rocket mit einer Lizenz für eine Website bei 49 US-Dollar und beinhaltet dann auch Support und Updates für ein Jahr, welche du danach mit einem Rabatt von 30% verlängern kannst.

Hier kommst du zur WP Rocket Website.

Wir hoffen unser erster Review für WP Rocket war hilfreich für dich. Wir konnten bei Weitem nicht alles abdecken, was dieses Plugin zu bieten hat. Wenn du mehr zur Anwendung von WP Rocket, dem Vergleich dieses Plugins zu anderen Lösungen und allgemein zur Optimierung deiner Site Performance erfahren möchtest, dann schau auf jeden Fall auch in unsere zwei weiteren Artikel, die bald erscheinen werden.

Abonniere am besten unseren Newsletter, damit du die nächsten Teile unserer Artikelserie nicht verpasst. Außerdem sind wir neugierig – welche Caching-Lösung nutzt du aktuell und welche Erfahrungen mit Optimierung der Site Performance konntest du in der Hinsicht bereits machen? Erzähle es uns in den Kommentaren!

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